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Tiroler Rohre GmbH sichert Autobahnbrücken in Pakistan nach österreichischem Standard

Die ÖNORM B 2567 für duktile Gusseisenpfähle ist international im Einsatz.


Rammpfähle aus duktilem Gusseisen werden seit den 1980er Jahren in Österreich und zunehmend auch in vielen Ländern als wirtschaftliches, zugleich aber technisch sehr hochwertiges Tiefgründungsverfahren verwendet. Sie kommen als Gründungselemente im Hochbau, Tiefbau, Industriebau, Rohrleitungsbau, Brückenbau und für Sonderanwendungen zum Einsatz. Der Vollverdrängungspfahl aus duktilem Gusseisen, der durch Rammen in den Boden eingebracht wird, leitet nämlich die Kräfte aus dem Bauwerk effektiv in den Boden ab.

Bestimmungen über Ausführung, Gütesicherung, Statik und Einbau sind heute in Österreich in der ÖNORM B 2567 festgelegt. Erstmals geregelt waren sie in der ONR 22567 aus 1999, die dann 2012 auf Basis des Eurocode komplett überarbeitet und als ÖNORM B 2567 veröffentlicht wurde. Diese österreichische Norm hat international großes Interesse geweckt, weshalb sie auch in einer englischsprachigen Version vorliegt.

Im internationalen Einsatz in Pakistan

Die Tiroler Rohre GmbH produziert und liefert seit mehr als 30 Jahren Pfahlsysteme aus duktilem Gusseisen in alle Welt. Aufgrund seiner Erfahrung konnte das Unternehmen aus Hall in Tirol ein großes Tiefgründungsprojekt in Pakistan an Land ziehen. Auftraggeber war die "Frontier Works Organisation", die Technologie- und Wissenschaftssparte der pakistanischen Armee.

Dabei ging es um die Tiefgründung von zwei Brücken der sechsspurigen Autobahn zwischen Lahore, der zweitgrößten Stadt des Landes, und Sialkot im Nordwesten Pakistans. Ursprünglich sollten je Brückenwiderlager vier große Bohrpfähle eingesetzt werden, insgesamt somit 16 Stück. Aufgrund der hohen Kosten einer herkömmlichen Tiefgründung kam als wirtschaftlichere Alternative ein Pfahlsystem aus duktilen Gusspfählen zum Einsatz, womit neben den technischen Vorzügen auch wesentliche Einsparungen bei Beton und Energie und somit auch bei den Kosten erzielt werden konnten.

Eingesetzt wurden Pfähle vom Typ 118 mit einer Wanddicke von 7,5 mm und einem konischen Pfahlschuh. Um überhaupt an dieses Projekt zu kommen und zugleich das Design der Tiefgründung zu optimieren, mussten Berechnungen durchgeführt und Nachweise erbracht werden. Grundlage war dabei die englische Version der ÖNORM B 2567, die auch vom Auftraggeber als anerkanntes und technisch hochwertiges Regelwerk gesehen wird.

Die Tiroler Rohre GmbH arbeitet seit fast einem halben Jahrhundert aktiv an der Entwicklung von Standards mit, wie Ing. Christian Auer, Leiter des Qualitätsmanagements, berichtet. Auer: "Bei der Erstellung der Norm konnten wir sowohl unsere langjährige Expertise als auch die Erfahrungen der Anwender miteinbringen. Das internationale Interesse ist eine schöne Anerkennung der Qualität dieser Standards als auch österreichischer Produkte."

Quelle:www.austrian-standards.at